Uran kommt in löslicher Form natürlicherweise in bestimmten Gesteinsschichten vor. Abhängig von den geologischen Bedingungen kann es in unterschiedlichen Mengen durch den Boden ins Grundwasser gelangen. Bei dem Thema „Uran im Trinkwasser“ geht es aber nicht um die Strahlenbelastung durch die Radioaktivität von Uran, sie spielt in den vorhandenen Größenordnungen keine Rolle. Es geht um die chemische Toxizität als Schwermetall.
In der deutschen Trinkwasserverordnung gibt es bisher keinen Grenzwert für Uran. Das Umweltbundesamt empfiehlt jedoch einen Richtwert von 10 Mikrogramm je Liter. Im Jahr 2007 wurde diese Konzentration in einer gemeinsamen Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesamtes für Strahlenschutz als gesundheitlich unbedenklich für alle Bevölkerungsgruppen einschließlich Säuglinge erklärt.
Auf Grund einer diffusen Verteilung an uranhaltigem Gestein im Grundwassereinzugsgebiet tritt Uran im Grundwasser des Jenaer Umlandes flächendeckend auf, wobei es Unterschiede in den Konzentrationen einzelner Fassungsanlagen gibt. Dadurch enthält insbesondere das durch das Wasserwerk Burgau und den Hochbehälter Drackendorf abgegebene Trinkwasser geringe Mengen an Uran, die je nach Mischung der Tiefbrunnen leichten Schwankungen unterliegen. Vorsorglich wurden zur Reduzierung der Belastung die Tiefbrunnen mit den höchsten Urangehalten abgeschaltet.
Das Trinkwasser in Jena und dem Umland wird nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung sowie in Absprache mit den zuständigen Behörden regelmäßig durch ein akkreditiertes Labor kontrolliert.
Darüber hinaus finden weitergehende Analysen zur Eigenkontrolle statt - so wird auch der Urangehalt regelmäßig überwacht. Die Einhaltung von Grenzwerten ist dabei selbstverständlich, da ansonsten das Wasser nicht als Trinkwasser abgegeben werden darf
Der empfohlene Richtwert von 10 Mikrogramm je Liter für Uran wird im gesamten Versorgungsgebiet deutlich unterschritten.
Beispiele:
Die Urankonzentrationen des Trinkwassers der einzelnen Versorgungsgebiete sind unter www.jenawasser.de/Trinkwasseranalysen abrufbar. Die Werte verändern sich weder durch den Transport im Leitungsnetz noch durch Maßnahmen wie Abkochen oder eventuell eingesetzte Wasserfilter.
In der Mineral- und Tafelwasserverordnung gilt für Uran ein besonders niedriger Grenzwert von 2 Mikrogramm je Liter für Mineralwasser, das als „ Zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“ gekennzeichnet ist. Dieser Grenzwert wurde aus reinen Vorsorgegründen festgelegt, da es Mineralwässer gibt, deren Uran-Gehalte deutlich höher liegen als der empfohlene Richtwert. Die Deklarierung als säuglingsgeeignetes Mineralwasser ist nur erlaubt, wenn es wesentlich mineral- und schadstoffärmer ist als für Säuglinge unter gesundheitlichen Aspekten erforderlich. Dem Verbraucher bleibt es also selbst überlassen, ob er sich für Trinkwasser oder den Kauf von säuglingsgeeignetem Mineralwasser entscheidet.
Bei weitergehenden Fragen zur Wasserqualität stehen die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck jederzeit zur Verfügung unter Tel. (03641) 688-419.
In enger Absprache mit den Gesundheitsämtern wird der Uran-Gehalt im Versorgungsgebiet weiter überwacht. Bei speziellen Fragen zur Gesundheitstauglichkeit des Trinkwassers geben die jeweiligen Gesundheitsämter Auskunft unter