Ende 2007 ist auf der Zentralen Kläranlage Jena (ZKA) eine Biogasanlage in Betrieb gegangen. Dafür hatte sich im Januar des Jahres die Biogas Jena GmbH & Co. KG gegründet - die Anteile zu je 50 Prozent daran halten die Gleistal Agrargenossenschaft und die Stadtwerke.
Die grundsätzliche Verfahrenstechnologie der Biogasgewinnung wird auf der ZKA bereits in der Abwasserbehandlung eingesetzt und versorgt die Anlage derzeit zu 50 Prozent mit Strom und zu 100 Prozent mit Wärme. Die neue Anlage erzeugt je rund 2 x 700 kW Strom und Fernwärme im Jahr. Durch die Verwendung der Wärme in den angrenzenden Wohngebieten werden die eingesetzten Rohstoffe optimal ausgenutzt und der Gesamtwirkungsgrad maximiert.
In der Biogasanlage auf der ZKA werden ausschließlich Rohstoffe aus der Landwirtschaft - wie Energiemais, Getreide oder andere Energiepflanzen - eingesetzt. Zunächst wird der Tagesbedarf an Pflanzen in einem Behälter gesammelt und dann per Fördereinrichtung in einen Reaktor transportiert. Hier setzt durch Erwärmung auf etwa 38°C und regelmäßiges Rühren die Methangärung ein. Im wesentlichen sorgen sogenannte anaerobe Bakterien für die Gärung. Durch biochemische Umwandlungsprozesse entsteht Biogas mit etwa 50 Prozent Methan-Anteil. Im Nachgärbehälter geschieht dasselbe - er dient lediglich zur besseren Gasausbeute. Das aufsteigende Gas wird in einem Speicher aufgefangen, gereinigt und in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme umgewandelt.
Da nur landwirtschaftliche Produkte zur Energiegewinnung eingesetzt werden, kann der geruchsfreie Gärrest der verwerteten Rohstoffe problemlos als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Er ersetzt im konkreten Fall die bisher zur Düngung eingesetzte geruchsintensive Rohgülle. Die Anlage wird nach modernstem Standard gebaut, um die strengen Umweltauflagen sicher einzuhalten. Alle biochemischen Prozesse laufen in geschlossenen Systemen ab, um negative Auswirkungen für das Umland auszuschließen.
