Häufige Fragen zum Solardach

Allgemeine Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Bei der Nutzung von Sonnenenergie kann zwischen zwei Verfahren unterschieden werden: der Photovoltaik und der Solarthermie. Photovoltaik ist die direkte Umwandlung der Sonnenenergie in elektrischen Strom. Bei der Solarthermie wandeln hingegen Kollektoren die Sonneneinstrahlung in nutzbare Wärme um. Diese wird zumeist über Wärmetauscher für die Heizung und die Warmwasserbereitung eingesetzt. 

Was spricht für eine Photovoltaikanlage?

Die wichtigsten Argumente für Photovoltaik-Anlagen im Überblick: 

  • Photovoltaik-Anlagen sind nahezu wartungsfrei und unkompliziert im Betrieb
  • Sie sparen Stromkosten - im Pachtmodell sogar, ohne Eigenkapital zu investieren
  • Ihre Immobile gewinnt durch eine Photovoltaik-Anlage an Wert
  • Photovoltaik-Anlagen haben eine hohe Lebensdauer, so dass auch die nächste Generation von den Vorteilen profitiert
  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende
  • Sie vermeiden klimaschädliches Kohlendioxid

Wie hoch ist der Betriebs- und Wartungsaufwand?

Gering, denn Solarstromanlagen sind nahezu wartungsfrei, die Betriebs- und Wartungskosten sehr gering.

Natürlich sollten Wartungen trotz allem regelmäßig durchgeführt werden, da sie eine gleichbleibende Leistung der Anlage und so auch eine stabile Rendite garantieren.

Wo erhalte ich Unterstützung bei der Planung meiner Anlage?

Unter unserer Solardach-Hotline 03641 688-337 unterstützen wir Sie gerne beim Planungsprozess.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, können Sie die Planung auch gemeinsam mit unserem Energieberater Bert Rupprecht durchführen.

Die kostenlosen Beratungszeiten sind:

  • in Jena: Grietgasse 4,
  • jeden Dienstag, 15 bis 18 Uhr

  • in Pößneck: Im Tümpfel 1,
  • jeden zweiten Donnerstag im Monat, 15 bis 18 Uhr

Unseren Energieberater Bert Rupprecht erreichen Sie telefonisch unter: 03641 688-251.

Technische Fragen

Wie ist eine Photovoltaikanlage aufgebaut?

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenenergie in elektrische Energie um. Um die Leistung einer Photovoltaikanlage zu optimieren, werden die folgenden einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt und an die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes angepasst:

  • Photovoltaik-Module, die aus der Sonnenenergie Gleichstrom erzeugen.
  • Wechselrichter, die den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom (230V) umwandeln.
  • Einspeisezähler, der den eingespeisten Strom in das Stromnetz misst.
  • Verkabelung und Montagegestell, auf dem die Photovoltaik-Module befestigt sind.

Was bedeutet Kilowatt Peak (kWp)?

Peak heißt übersetzt „Spitze“. Mit diesem Ausdruck wird die Spitzennennleistung von Photovoltaikmodulen unter Standard-Testbedingungen bezeichnet.

Diese Standard-Testbedingungen herrschen bei 1.000 W Einstrahlungsleistung auf 1 Quadratmeter mit einer Solarzellen-Temperatur von 25°C und einer Luftmasse von 1,5. Die Luftmasse (englisch air mass, AM) beschreibt den Weg des Lichts durch die Atmosphäre, dessen Streuung und Absorption. Ein AM von 1,5 bedeutet, dass der Sonnenstrahl auf seinem Weg das 1,5-fache der Atmosphärendicke der Erde durchdringt.

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage?

Im langjährigen Mittel der Sonneneinstrahlung in Deutschland kann bei einer optimal ausgerichteten PV-Anlage (30 Grad Modulneigung bei Südausrichtung) mit Erträgen zwischen ca. 850 kWh/kWp und Jahr im Norden Deutschlands und ca. 1.000 kWh/kWp und Jahr im Süden Deutschlands gerechnet werden.

In guten Jahren, wie beispielsweise 2003, erzielten viele Anlagen in Süddeutschland gar über 1200 kWh/kWp. Je nach Ausrichtung und Neigung des PV-Generators kann sich dieser optimale Jahresertrag reduzieren.

Was passiert, wenn die Sonne mal nicht scheint?

Solargeneratoren benötigen nicht rund um die Uhr direktes Sonnenlicht, sie arbeiten auch bei bedecktem Himmel. Allerdings ist ihre Leistung bei schwachem und diffusem Licht deutlich niedriger. Auch im Winter produzieren Photovoltaik-Anlagen Strom. Von Vorteil sind in dieser Jahreszeit der Sonnenlicht reflektierende Schnee und die niedrigeren Modultemperaturen.

Welche Lebensdauer hat eine Photovoltaik-Anlage?

Für Module geben die Hersteller in der Regel Garantien zwischen 10 und 26 Jahren. Nach heutigen Erfahrungen erwartet man jedoch eine Modul-Lebensdauer von ca. 50 Jahren, wobei die Ertragsleistung im Laufe der Jahre abnimmt. In der Praxis ist von einer jährlichen Verringerung der Modulleistung von 0,2 – 0,5 Prozent auszugehen.

Wie hoch ist der Energiebedarf für den Betrieb einer Photovoltaikanlage?

Ist die solare Einstrahlung früh am Morgen oder abends sehr schwach, benötigt der Wechselrichter Strom aus dem öffentlichen Stromnetz. Für diese tägliche kurze An- und Abfahrphase ergibt sich je nach Gerät jährlich ein Eigenbedarf von circa 5 bis 10 kWh.

Anlagenplanung und Installation

Wie viel kWp passen auf mein Dach?

Bei dieser Frage spielen sowohl die Leistungsklasse des Moduls als auch die nutzbare Dachfläche eine Rolle. Diese hängt unter anderem von der Größe, aber auch von möglichen Verschattungsbereichen, der Dachausrichtung und Dachneigung ab.

Unser Solarportal hilft Ihnen dabei, die für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung stehenden Flächen zu ermitteln. Eine 5 kWp-Anlage hat beispielsweise einen Platzbedarf von 6,5 Meter x 5 Meter und besteht aus 20 Modulen.

Wie groß muss eine Photovoltaik-Anlage sein?

Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wollen Sie den produzierten Strom überwiegend ins öffentliche Netz einspeisen, sollten Sie die verfügbare Dachfläche voll ausnutzen: Für eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 1.000 Watt (1 kWp) benötigt man beispielsweise 8 bis 10 m² Dachfläche.  

Bei Eigenverbrauchsanlagen sollten Sie die installierte Leistung an den Stromverbrauch anpassen.

Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Photovoltaik-Anlage?

Nein, wenn Sie die Photovoltaik-Anlage am Gebäude befestigen, benötigen Sie keine Baugenehmigung. Für denkmalgeschützte Gebäude und gewerblich betriebene Außenanlagen mit weniger als 50 Prozent Eigenverbrauch gelten teilweise andere Regeln.

Hier sollten Sie sich vor der Installation gut informieren. Auf Dächern mit Asbest darf nur unter bestimmten Bedingungen und mit einer Sondergenehmigung durch die zuständige Behörde eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden.

Finanzielle Aspekte

Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage finanziell?

Für Eigenheimbesitzer ist die Investition in eine Solaranlage sinnvoll, da sich oft mindestens ein Drittel des produzierten Stroms direkt nutzen lässt und Sie so Stromkosten sparen.

Der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und vom Netzbetreiber mit einem auf 20 Jahre festgeschriebenen Betrag je Kilowattstunde vergütet (Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG).

Kann ich eine Photovoltaik-Anlage pachten?

Ja. Mit unserem neuen Pachtmodell können Sie eine Solaranlage ganz einfach für einen festen monatlichen Betrag pachten. Sie müssen keine zusätzlichen Zahlungen oder Extragebühren leisten.

So sparen Sie vom ersten Monat an Geld, da Sie im Gegensatz zum Direktkauf keine Anfangsinvestition tätigen müssen und trotzdem die Vorzüge einer eigenen Solaranlage nutzen können.

Kann ich die Photovoltaik-Anlage auch kaufen?

Ja. Sie haben die Möglichkeit, die Anlage zu kaufen und den Kaufpreis sofort vollständig zu bezahlen.

Habe ich nach dem Kauf im Internet auch ein Widerrufsrecht?

Ja. Wenn Sie im letzten Schritt der Planung auf die Schaltfläche „Zahlungspflichtig bestellen“ klicken, haben Sie unser Angebot angenommen, das heißt ein Vertrag ist dann zustande gekommen und Sie haben die Anlage gekauft.

Allerdings können Sie von diesem Zeitpunkt aus gerechnet 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen kostenlos vom Kaufvertrag zurücktreten.

Muss ich die EEG-Umlage auch für selbstverbrauchten Strom zahlen?

Ob für den selbstverbrauchten Strom eine EEG-Umlage gezahlt werden muss, hängt von der Photovoltaik-Anlagengröße ab.

Anlagen unter 10 kWp Nennleistung sind von der EEG-Umlage befreit. Bei Anlagen größer 10 kWp, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb genommen werden, wird eine sogenannte reduzierte EEG-Umlage fällig.

Diese beträgt bis Ende 2015 30 %, für das Jahr 2016 35 % und ab 2017 40 % der dann gültigen allgemeinen EEG-Umlage. 

Aktuell liegt die allgemeine EEG-Umlage bei 0,0624 €/kWh. Die reduzierte EEG-Umlage für den Eigenverbrauch von Solarstrom beträgt im Moment somit 0,01872 €/kWh. Sie erhöht sich unter der Annahme, dass der Umlagesatz gleich bleibt, bis 2017 auf 0,02496 €/kWh.

Muss ich meine Einnahmen aus der Solaranlage versteuern?

Ja. Ihre Einnahmen aus der Einspeisevergütung müssen Sie bei der Einkommenssteuererklärung am Jahresende angeben.

Wie sich die Einnahmen auf Ihre Steuerschuld auswirken, klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater. 

Brauche ich für meine Anlage eine Versicherung?

Es besteht die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage in eine bestehende Gebäude- und Gebäudehaftpflichtversicherung einzubinden. Diese tritt beispielsweise für Feuer-, Sturm-, Blitz- und Wasserschäden ein. Darüber hinausgehende Risiken werden nicht abgedeckt.

Es ist zu prüfen, ob die spezifischen Risiken einer Photovoltaik-Anlage zusätzlich in die Versicherung mit eingebunden werden können. Außerdem gibt es eigenständige Photovoltaikversicherungen.

Einspeisung und Eigenverbrauch

Was ist erforderlich, um den Strom meiner Photovoltaik-Anlage in das Netz einzuspeisen?

Sie stellen einen Antrag beim zuständigen Netzbetreiber. Bis zu einer Anlagengröße von 10 kWp ist er verpflichtet, den Anschluss zuzulassen, bei größeren Anlagen kann er individuell prüfen.

Der Netzbetreiber prüft, ob genug Aufnahmekapazität in der Anschlussleitung vorhanden ist. Bei erfolgreicher Netzverträglichkeitsprüfung kann die Photovoltaik-Anlage problemlos angeschlossen werden. Ist die Aufnahmekapazität nicht ausreichend (negative Netzverträglichkeitsprüfung), kann der Netzbetreiber den Anschluss bis zum Netzausbau verschieben; bei Anlagen über 10 kWp Nennleistung komplett verweigern.

Wenn die Anlage in Betrieb geht, teilen Sie das dem Netzbetreiber mit. Dieser tauscht den Zähler aus und nimmt die Anlage ab. Innerhalb von sechs Monaten müssen Sie zudem die Anlage bei der Bundesnetzagentur anmelden.

Bekomme ich als Pächter auch eine Einspeisevergütung?

Ja. Denn entscheidend ist nicht, wer der Eigentümer der Anlage ist, sondern wer die Anlage betreibt. Jeder Pächter erhält somit die volle Einspeisevergütung – genau so, als gehörte ihm die Anlage. 

Was ist nach Ablauf der EEG-Zeit nach 20 Jahren?

Der mit dem Netzbetreiber abzuschließende Einspeisevertrag läuft über 20 Jahre zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme. Bei Inbetriebnahme am 15. Januar 2016 läuft der Vertrag bis zum 31. Dezember 2036.

Auch danach hat der Betreiber weiterhin das Recht, den produzierten Strom in das Stromnetz einzuspeisen. Die Vergütung für die eingespeiste kWh ist nach Ablauf der 20-Jahresfrist – in unserem Beispiel ab 1. Januar 2037 – mit dem Netzbetreiber jedoch neu zu verhandeln.