​​​​​​​„Willkommen in Jena“: Spanisches Künstlerduo Reskate gestaltet Fassade in Lobeda

29.08.2025, 13:06:12 | jenawohnen | Aktuelles, Pressemitteilungen

In den kommenden Wochen entsteht in der Hans-Berger-Straße ein neues, stadtbildprägendes Kunstwerk: Das spanische Künstlerduo Reskate gestaltet auf einer 33 Meter hohen Fassade ein großformatiges Wandbild – ein künstlerisches Willkommenstor für Jena. Für Autofahrerinnen und Autofahrer, die aus Westen kommend die A4 nach Jena hineinfahren, wird das Werk künftig den Ortseingang der Stadt prägen.

Außenfassade der Hans-Berger-Straße, Bildrechte: Gunnar Poschmann
Außenfassade der Hans-Berger-Straße, Bildrechte: Gunnar Poschmann

 

Das Motiv zeigt ein Mädchen mit einer Lupe in der Hand, begleitet von dem Schriftzug „Wissen ist Macht“. Der Ausdruck geht auf den Philosophen Francis Bacon zurück und findet in Jena einen besonderen Resonanzraum: Die Stadt ist nicht nur geprägt durch ihre optisch-industrielle Tradition, sondern gilt seit Jahrhunderten als Hochschul- und Wissenschaftsstandort von internationalem Rang. Damit verbindet das Werk gleichermaßen die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft Jenas.

 

„Diese Arbeit ist Teil unseres Wandbildprojekts Harreman, mit dem wir weltweit die Hoffnungen und Sorgen der jungen Generation sichtbar machen“, erklärt das Künstlerkollektiv Reskate um Maria López („Minuskula“) und Javier de Riba aus Barcelona. Der Titel Harreman setzt sich aus zwei baskischen Verben zusammen: empfangen und geben. Bereits in Spanien, Frankreich, Portugal, Belgien, Österreich, Rumänien, den USA und China wurden Werke der Serie realisiert.

Das Projekt geht auf einen von jenawohnen im Herbst 2024 ausgelobten Wettbewerb zurück. Mit ihrem Entwurf setzte sich Reskate gegen namhafte Künstlerinnen und Künstler der Fassadengestaltung aus Deutschland und den Niederlanden durch. Über die Auswahl entschied eine unabhängige Jury unter der Leitung der Kunstwissenschaftlerin Doris Weilandt. Ihr gehörten neben Tobias Wolfrum (Geschäftsführer jenawohnen) auch Frank Otto (Sprecher des Baukunstbeirats Jena) und Erik Stephan (Leiter der Kunstsammlung Jena) an. Ergänzt wurde die Jury durch Vertreterinnen und Vertreter der Quartiersentwicklung der Stadt Jena (Nadine Hieronymus), des Stadtteilbüros Lobeda (Astrid Horbank) sowie von jenawohnen.

Seit Jahresbeginn liefen die umfangreichen Vorbereitungen – von der Grundierung der Fläche über die Organisation von Hebebühnen bis hin zur Sicherheits- und Logistikplanung. Für die Umsetzung selbst sind rund drei Wochen eingeplant.

Das Duo ist in Jena bereits bekannt: Schon 2019 entstand durch Reskate das Werk „Die Natur ist hier“ in Winzerla – ein Wandbild mit zwei Buntspechten auf einem Fernglas, das seither das Quartier prägt.

Zitat Tobias Wolfrum, Geschäftsführer jenawohnen:

„Mit diesem Projekt möchten wir ein weithin sichtbares Zeichen für Jena setzen. Das Wandbild begrüßt alle, die in die Stadt hineinkommen, und erinnert zugleich daran, dass Bildung und Wissen die Grundlagen unserer Zukunft sind. Francis Bacons Satz ‚Wissen ist Macht‘ hat hier am Hochschul- und Wissenschaftsstandort Jena eine besondere Bedeutung: Er verweist auf die Innovationskraft, die von unserer Stadt seit Jahrhunderten ausgeht, und auf die Werte, die Jena in die Welt trägt. Zugleich danken wir den Künstlern von Reskate, die mit ihrer Arbeit nicht nur ein Kunstwerk schaffen, sondern auch das Lebensgefühl in Neulobeda bereichern. Kunst im öffentlichen Raum trägt wesentlich dazu bei, dass Menschen sich mit ihrem Stadtteil identifizieren – und macht sichtbar, dass Neulobeda ein lebendiger Ort voller Ideen und Begegnungen ist.“

Foto: Künstlerduo Reskate, Bildrechte: Romain Berthiot