35 Jahre Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Vom Vier-Personen-Betrieb zum Motor der regionalen Energie
22.04.2026, 09:48:50 | Stadtwerke Energie Jena-Pößneck | Aktuelles, Pressemitteilungen | Energie- & Wärmewende | Pößneck
Vom Aufbau der Versorgung bis zur konkreten Umsetzung der Energiewende: Seit 35 Jahren sichern die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck die Versorgung in der Region – und gestalten heute aktiv die Energiewende vor Ort. Eine Fotogalerie finden Sie unten.
Am 23. April 1991 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister Peter Röhlinger die Gründungsurkunde für ein eigenes Energieversorgungsunternehmen in Jena. Vorausgegangen war ein intensives Ringen mit der Treuhandanstalt um die Rückführung der Energieanlagen in kommunale Hand. Der Start des Unternehmens erfolgte unter einfachen Bedingungen: Vier Mitarbeitende, 128 Fernwärmekunden und Büroräume in einer Winzerlaer Neubauwohnung.
Heute beschäftigen die Stadtwerke Energie gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Stadtwerke Jena Netze rund 420 Mitarbeitende und versorgen etwa 100.000 Kundinnen und Kunden in Jena, Pößneck und der Region mit Strom, Gas und Fernwärme. In einem Netzgebiet von rund 370 Quadratkilometern in 22 Städten und Gemeinden betreiben und entwickeln sie die Energieinfrastruktur vor Ort. Die gemeinsamen Umsatzerlöse beider Unternehmen lagen zuletzt bei rund 336 Millionen Euro.
Neben der klassischen Versorgung bieten die Stadtwerke zahlreiche Energiedienstleistungen an – etwa rund um Elektromobilität, Photovoltaik und moderne Wärmelösungen für Haushalte, Unternehmen und Kommunen. Bereits 2013 haben die Stadtwerke Energie als eines der ersten Stadtwerke in Ostdeutschland ihr Angebot für Haushaltskunden vollständig auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt.
Stadtwerke-Geschäftsführer André Sack: „Wir können mit gutem Grund von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Was 1991 als kleiner kommunaler Versorger begann, ist heute ein erfolgreiches Unternehmen, das die Energieversorgung einer ganzen Region aktiv gestaltet. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie wichtig eine starke, kommunale Energieversorgung ist – für Versorgungssicherheit, für stabile Preise und für die Umsetzung der Energiewende vor Ort. Unser Anspruch bleibt, all das verlässlich miteinander zu verbinden.“
Oberbürgermeister Thomas Nitzsche: „Die Stadtwerke Energie sind seit 35 Jahren ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge in Jena. Sie sichern die Energieversorgung vor Ort und gestalten aktiv die Entwicklung unserer Stadt – von der Wärmewende bis zum Ausbau moderner Infrastruktur. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag für Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit in Jena.“
Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck sind Teil der kommunalen Stadtwerke Jena Gruppe. Die enge Zusammenarbeit innerhalb des Verbundes – von Energie über Mobilität und Freizeit bis zum Wohnen – ermöglicht integrierte Lösungen für die kommunale Daseinsvorsorge.
Vom Versorger zum Gestalter der Energiewende
Gleichzeitig haben sich die Stadtwerke Energie vom klassischen Versorger zum aktiven Gestalter der Energiewende entwickelt. Ein zentraler Hebel ist der Ausbau der Fernwärme als Rückgrat einer klimafreundlichen Versorgung in Jena. Aktuell entsteht im Rahmen einer BEW-geförderten Transformationsplanung ein konkreter Maßnahmen- und Zeitplan zum Ausbau des Fernwärmenetzes, zur Modernisierung, Digitalisierung und Effizienzsteigerung in der Wärmversorgung sowie zur Umstellung der Erzeugung auf erneuerbare Energien. Mit Projekten wie ANIKA – Abwärmenutzung mittels integrierter Kläranlage – soll voraussichtlich ab 2030 eine neue, unabhängige und preisstabile Wärmequelle für Jena-Nord entstehen.
Auch im Bereich Elektromobilität bauen die Stadtwerke ihr Angebot kontinuierlich aus – von mittlerweile über 100 öffentlichen Ladepunkten bis hin zu neuen Lösungen wie dem Laden an Straßenlaternen. Parallel investieren sie in den Ausbau und die Digitalisierung der Energienetze, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Stadtwerke-Geschäftsführerin Claudia Budich: „Wir stehen vor der Aufgabe, Energieversorgung grundlegend weiterzuentwickeln – klimafreundlich, verlässlich und bezahlbar zugleich. Das ist kein kurzfristiger Prozess, sondern eine langfristige Transformation, die wir Schritt für Schritt vor Ort umsetzen. Als kommunales Unternehmen übernehmen wir dabei Verantwortung für die Menschen in unserer Region. Wir entwickeln Lösungen, die im Alltag funktionieren und die langfristig tragen.“
Engagement für die Region
Dieses Selbstverständnis zeigt sich auch im gesellschaftlichen Engagement: Jährlich unterstützen die Stadtwerke Energie 30 Vereine in Jena und der Region mit insgesamt 15.000 Euro. Gefördert werden Projekte aus Sport, Kultur, Umwelt und sozialem Bereich.
Hinzu kommen langjährige Partnerschaften mit regionalen Sportvereinen wie dem FC Carl Zeiss Jena und Science City Jena sowie die Unterstützung kultureller Veranstaltungen wie der Kulturarena. Gemeinsam mit der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen engagieren sich die Stadtwerke zudem für Bildungs- und Klimaschutzprojekte im gesamten Freistaat.
Meilensteine der Stadtwerke-Geschichte
1991: Gründung der Stadtwerke Jena GmbH
1992: Übernahme der Fernwärmeversorgung von der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWVG)
1993: Übernahme der technischen Betriebsführung für den Wasser- und Abwasserzweckverband Jena
1996: Gründung der Kommunalholding Technische Werke Jena GmbH (heute Stadtwerke Jena GmbH)
2000: Fusion der Stadtwerke Jena und Pößneck zur Stadtwerke Jena-Pößneck, Eröffnung des Unternehmenssitzes in der Rudolstädter Straße
2002: Erwerb von 94 Prozent der Geschäftsanteile an der SWVG (heute jenawohnen)
2003: Übernahme des Fernwärmenetzes in Hermsdorf durch die Stadtwerke-Tochter job
2004: Übernahme der ASI Anlagen Service Instandhaltung GmbH
2005: Gründung der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen für eine gezielte Förderung von Klimaschutzprojekten im gesamten Freistaat
2006: Übernahme der Fernwärmeversorgung in Blankenhain
2010: Verschmelzung der Gasversorgung Pößneck GmbH mit den Stadtwerken Energie
2011: Beteiligung der Thüga-Gruppe: Verkauf von 20 Prozent der Anteile durch die Stadt Jena
2012: Erfolgreiche Konzessionsvergaben: 22 Thüringer Städte und Gemeinden übertragen ihren Netzbetrieb an die Stadtwerke Energie
2013: Vollständige Umstellung: Alle Kunden werden ohne Aufpreis mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt
2015: Ausbau der Beteiligungsstruktur: Die Stadtwerke Jena erhöhen ihren Anteil an der Stadtwerke Energie auf 72,1 Prozent
2017: Gründung der Stadtwerke Jena Netze GmbH als 100-prozentige Tochter für Betrieb, Wartung und Ausbau der Energieversorgungsnetze und Anlagen
2018: Langfristiger Fernwärmeliefervertrag mit der TEAG bis 2037, Sicherung zentraler Wärmemengen für die Fernwärmeversorgung Jenas
2019: Start des Modellprojekts „Smartes Quartier Jena-Lobeda“ – Entwicklung vernetzter Lösungen für Energie, Wohnen und digitale Infrastruktur
2022: Start des Innovationsprojekts „JenErgieReal“ - Entwicklung eines digitalen Energiesystems zur Verknüpfung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch
2023: Vorstellung der Wärmenetzstrategie 2040: Transformationspfad für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Jena, Pößneck, Hermsdorf, Blankenhain
2025: Machbarkeitsstudie bestätigt ANIKA: Abwasserwärme aus Zwätzen für Jena-Nord technisch und wirtschaftlich nutzbar.