Stadtwerke Energie treiben Planungen für Wärme aus Abwasser voran
29.09.2026, 10:55:39 | Stadtwerke Energie Jena-Pößneck | Aktuelles, Pressemitteilungen | Energie- & Wärmewende
ANIKA wird konkret:
Ein Jahr nach Abschluss der Machbarkeitsstudie treiben die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck das Wärmeprojekt ANIKA weiter voran. Für eine geplante Energiezentrale auf dem Gelände der zentralen Kläranlage Jena-Zwätzen liegt inzwischen ein konkretes technisches Konzept vor. Parallel werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, die Anlage an das Jenaer Wärmenetz anzubinden. Damit schaffen die Stadtwerke Energie die Voraussetzungen für die Investitionsentscheidung im Jahr 2027. Diese soll fallen, wenn die technischen, wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen abschließend bewertet sind.
Mit ANIKA - kurz für „Abwärmenutzung mittels integrierter Kläranlage“ - wollen die Stadtwerke Energie eine bislang ungenutzte lokale Energiequelle für die Wärmeversorgung erschließen. Großwärmepumpen sollen die im gereinigten Abwasser der Kläranlage enthaltene Wärme nutzbar machen und in das Jenaer Wärmenetz einspeisen. Damit könnte ANIKA künftig einen wichtigen Beitrag zur Wärmeversorgung in Jena leisten. Im August 2025 hatte eine Machbarkeitsstudie bestätigt, dass das Vorhaben grundsätzlich technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist.
André Sack, Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: „Vor einem Jahr wussten wir: ANIKA ist grundsätzlich machbar. Heute beschäftigen wir uns ganz konkret mit Anlagenplanung, Leitungsführung und Genehmigungen. ANIKA bietet die Chance, eine heute noch ungenutzte lokale Energiequelle für Jena zu erschließen und damit einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung zu leisten. Deshalb treiben wir die Planungen konsequent weiter – und schaffen zugleich die Voraussetzungen, um fundiert über die Umsetzung entscheiden zu können.“
Energiezentrale wird konkret geplant
Herzstück von ANIKA soll eine neue Energiezentrale auf dem Gelände der Kläranlage Jena-Zwätzen werden. Geplant ist eine Großwärmepumpenanlage mit einer Leistung von rund 20 Megawatt, ergänzt durch eine Power-to-Heat-Anlage und einen Wärmespeicher. Für die Energiezentrale liegen inzwischen konkrete technische Planzungen vor. Als nächster Schritt sollen weitere Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) beantragt werden.
Auch Leitungsplanung schreitet voran
Parallel wird die Anbindung an das Wärmenetz geplant. Die notwendigen Vermessungen sind abgeschlossen, Baugrunduntersuchungen laufen. Für die Leitungsführung werden derzeit verschiedene Trassenvarianten untersucht und bewertet. Dabei müssen neben technischen Anforderungen unter anderem Belange des Natur- und Hochwasserschutzes sowie notwendige Querungen von Bahnanlagen und Gewässern berücksichtigt werden. Die Planungen werden zudem mit anderen Infrastrukturvorhaben im Jenaer Norden abgestimmt, insbesondere der Straßenbahnverlängerung im Norden.
Nächste Schritte bis zur Investitionsentscheidung
Die Investitionsentscheidung für ANIKA wird von den Stadtwerken Energie im Jahr 2027 auf Grundlage weiterer Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, des erreichten Planungs- und Genehmigungsstands sowie der verfügbaren Fördermittel getroffen. Nach aktuellem Stand könnte der Bau 2028 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2030 vorgesehen.
Projektleitung (©Stadtwerke Jena, Tina Schnabel): Die Planungen für ANIKA werden konkret: Die Projektleiter Jonas Waldhäusl (links), verantwortlich für die Planung der Energiezentrale, und Götz Blankenburg, verantwortlich für die Leitungsplanung, vor einer Visualisierung der Energiezentrale.