Wir schaffen Lebensraum für Artenvielfalt
Der Lebensraum für Insekten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – das hat gravierende Folgen für viele Arten und das ökologische Gleichgewicht. Deshalb engagieren wir uns seit 2019 für den Erhalt und die Förderung der Insektenvielfalt. In unseren Wohnquartieren legen wir gezielt artenreiche Insektenwiesen an und schaffen so neue Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und viele weitere Tiere.
Von der Rasenfläche zur Insektenwiese
Bereits 2019 wurden die ersten Flächen im Händelweg und der Fregestraße umgestaltet – damals noch in Eigenregie. Seit 2023 wird das Projekt im Rahmen von InsektA systematisch weiterentwickelt, mit dem Ziel, jedes Jahr mindestens 3.000 m² neue Insektenwiesen zu schaffen. So soll innerhalb von 5 Jahren insgesamt bis zu 20.000 m² entstehen.
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3 Wiesen in Lobeda
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4 Wiesen in Winzerla
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4 Wiesen in Jena-Nord
Unsere Insektenwiesen
Wir betreuen aktuell 11 Insektenwiesen in Jena, verteilt über mehrere Stadtteile:
Jena-Nord
- Händelweg – 980 m²
- Gotthard-Neumann-Straße 2 – 700 m²
- Erich-Kuithan-Straße 2 – 645 m²
- Ottogerd-Mühlmann-Straße 35 – 483 m²
Winzerla
- Göschwitzer Straße 48 – 910 m²
- Max-Steenbeck-Straße 2 – 350 m²
- Helene-Weigel-Straße 2 – 721 m²
- Oßmaritzer Straße 19 – 555 m²
Lobeda
- Salvador-Allende-Platz – 456 m²
- Musäusring 39 – 475 m²
- Fregestraße 2/4 – 1.000 m²
Warum sind Insektenwiesen wichtig?
Insektenwiesen sind weit mehr als nur schöne, bunte Flächen. Sie bieten Nahrung, Schutz und Lebensraum für zahlreiche Tierarten und fördern die natürliche Artenvielfalt. Durch den Einsatz von regionalem, artenreichem Saatgut entstehen biodiverse Wiesen mit Kräutern, Gräsern und Wildblumen.
Insektenwiesen werden bei uns nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt angelegt und gepflegt. Dabei gilt: Weniger ist mehr – gemäht wird nur ein- bis zweimal im Jahr, damit Insekten Rückzugsräume behalten. Außerdem bleibt das Schnittgut zunächst liegen, damit Samen nachfallen können. Daraus wächst die nächste Generation der Insektenwiesen.
Wie entstehen unsere Insektenwiesen?
🌱 Alte Rasenflächen werden gepflügt, um den Boden zu lockern.
🌱 Es wird Saatgut regionaltypischer Pflanzen ausgebracht.
🌱 Die Entwicklung der Flächen wird regelmäßig von InsektA begleitet.
🌱 Gemäht wird nur maximal zwei Mal im Jahr.
🌱Keine Düngung, keine künstliche Bewässerung.
Die Pflege übernehmen speziell geschulte Dienstleister sowie unsere Hausmeisterdienste – mit Blick für ökologische Zusammenhänge.
Gut zu wissen:
Insektenwiesen blühen nicht das ganze Jahr über. Besonders im Sommer, direkt nach dem Schnitt, wirken sie mitunter kahl – doch genau das ist notwendig, damit sie im Folgejahr wieder in voller Pracht erblühen können.
Insektenwiesen brauchen Pflege
– aber anders
Ein häufiger Irrtum: Einfach wachsen lassen reicht nicht.
Echte Insektenwiesen müssen bewusst angelegt und gepflegt werden. Würde man eine Rasenfläche einfach sich selbst überlassen, würden sich schnell dominante Arten oder invasive Pflanzen ausbreiten – und genau das wollen wir vermeiden.
Unsere Insektenwiesen orientieren sich an den Thüringer Trockenrasen, einer historischen, von Menschen geschaffenen Wiesenlandschaft. Diese Flächen werden traditionell gemäht, das Heu abgetragen – und zurück bleibt ein nährstoffarmer Boden, auf dem sich besonders viele unterschiedliche Pflanzen und Insekten ansiedeln können.
Platz für weitere Wiesen gesucht!
Unsere Insektenwiesen zeigen: Praktischer Naturschutz ist auch im Wohnumfeld möglich – wenn man ihn richtig angeht. Die Entwicklung braucht Zeit, Wissen und Pflege – aber sie lohnt sich. Für Insekten. Für Artenvielfalt. Für uns alle. Deshalb möchten wir das Projekt gemeinsam mit InsektA weiter ausbauen.
report Haben Sie Ideen, wo in Ihrem Wohnumfeld ein guter Platz für eine Insektenwiese wär. Dann nutzen Sie unser Formular der "Ideenbox: Nachhaltigkeit" und reichen Sie Ihren Vorschlag ein.