Gleisbau am Paradiesbahnhof erreicht neue Bauphase: Knebelstraße ab Montag halbseitig gesperrt
17.07.2026, 09:59:45 | Jenaer Nahverkehr I JES | Aktuelles, Pressemitteilungen | Gleisbau Paradies | Bahn
Gut voran gehen die Gleisbauarbeiten des Jenaer Nahverkehrs am Gleisdreieck Paradiesbahnhof. Der Abriss der vorhandenen Straßenbahntrasse ist inzwischen auf der Paradiesbrücke und im Bereich bis zum Paradiesbahnhof abgeschlossen. Nun treten die Arbeiten in eine neue Bauphase ein: Der Abriss der Haltestellen vor dem Paradiesbahnhof beginnt. Die wichtige Umsteigestelle zwischen Regionalzügen und Straßenbahnen soll im Zuge der Maßnahme barrierefrei ausgebaut werden.
In der Folge kommt es nun zu Einschränkungen im Autoverkehr. Aus Gründen der Baufreiheit und des Arbeitsschutzes muss ab Montag, 20. Juli die Knebelstraße im Bereich des Paradiesbahnhofes halbseitig gesperrt werden. Betroffen ist die Fahrspur in Richtung Fischergasse, die unmittelbar an die Haltestelle grenzt. Eine Umleitung wird über den Fürstengraben, Teichgraben und die Grietgasse ausgeschildert. Von der Grietgasse kommend wird das Abbiegen nach rechts in Richtung Kahlaische Straße ermöglicht.
Die halbseitige Sperrung der Knebelstraße bleibt bis voraussichtlich Mitte Oktober bestehen. Im weiteren Verlauf der Baumaßnahmen plant der Kommunalservice Jena die Erneuerung der Straßenoberfläche in diesem Bereich.
An der derzeit geltenden Linienführung der Straßenbahnen ändert dieser neue Bauabschnitt nichts: Die Paradiesbrücke bleibt gesperrt. Die Linien 1, 2, 4 und 5 fahren über die Kahlaische Straße. Die Haltestellen in der Oberaue werden von den Linien 4 und 5 bis zur Haltestelle Paradiesbrücke bedient.
Der Jenaer Nahverkehr bittet für die Einschränkungen um Verständnis.
Alle aktuellen Fahrpläne, Liniennetzpläne und eine Übersichtskarte finden sich hier sind an den betroffenen Haltestellen ausgehängt sowie in die digitalen Auskunftssysteme eingepflegt.
Hintergrund:
Der Jenaer Nahverkehr saniert seit Ende Juni die Straßenbahntrasse rund um den Paradiesbahnhof. In drei Bauabschnitten werden insgesamt 610 Meter Straßenbahntrasse komplett erneuert. Das Baufeld reicht von der Paradiesbrücke über die Haltestelle Paradiesbahnhof bis zum Gleisdreieck Holzmarkt und zur Haltestelle Paradiesbahnhof West. Herzstück des Vorhabens ist die Erneuerung des Gleisdreiecks Knebelstraße, welches sich im Kreuzungsbereich am Volksbad befindet.
Der Bereich rund um den Paradiesbahnhof ist ein neuralgischer Punkt im Jenaer Straßenbahnnetz. Er bildet die einzige Gleisverbindung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen. Rechnerisch fährt hier an einem normalen Werktag alle 100 Sekunden eine Straßenbahn. Zudem ist insbesondere das Gleisdreieck in der Knebelstraße durch den dort dichten Autoverkehr starken Belastungen ausgesetzt.
Errichtet wurde dieser Netzabschnitt in der Mitte der 1990er Jahre, das Gleisdreieck wurde zuletzt 2012 erneuert. Nach 30 Jahren im Betrieb sind die Anlagen baulich verschlissen. Die umfassende Sanierung ist für einen dauerhaft sicheren Straßenbahnbetrieb deshalb unerlässlich.
Geplant ist die grundhafte Erneuerung der kompletten Gleisanlage inklusive Unterbau, Entwässerung, Steuertechnik und Stromversorgung. Im Rahmen der Maßnahme werden 610 Meter Schienen, sechs Weichen und drei Gleiskreuzungen erneuert. Nicht zuletzt wird im Zuge der Arbeiten die Haltestelle Paradiesbahnhof barrierefrei ausgebaut.
Der Jenaer Nahverkehr investiert insgesamt rund 8,6 Millionen Euro in dieses wichtige Vorhaben, davon 75 Prozent aus Fördermitteln von Bund und Land. Die Baumaßnahme ist äußerst anspruchsvoll und da über den Winter gebaut werden muss, zudem stark witterungsabhängig. Ziel ist es, die Gesamtmaßnahme bis April 2027 abzuschließen.