Staatliche Umlagen auf Ihren Gaspreis

Was Sie zur Gasbeschaffungsumlage und Gasspeicherumlage wissen sollten

Aktuell sind wir alle mit einer noch nie dagewesenen Situation an den Energiemärkten konfrontiert. Durch weltpolitische und wirtschaftliche Veränderungen sind die Marktpreise für Strom und Erdgas deutlich angestiegen. Diese Situation wird noch länger andauern und alle Kunden müssen sich auf höhere Energiekosten einstellen. Um die Versorgungssicherheit mit Erdgas aufrecht zu erhalten, hatte die Bundesregierung zwei neue Umlagen für Erdgas auf den Weg gebracht. Wir haben Ihnen dazu wichtige Informationen zusammengestellt.

Gasbeschaffungsumlage
wurde gekippt

Gaskunden müssen die Umlage nicht zahlen

Die Bundesregierung hat die geplante Gasbeschaffungsumlage wieder zurückgenommen. Das entlastet alle Gaskunden, denn sie müssen die geplanten 2,419 Cent netto je Kilowattstunde Erdgas nun doch nicht zahlen.

 

Wofür war sie ursprünglich geplant?

Die Gasbeschaffungsumlage sollte dazu dienen, Gasimporteuren einen finanziellen Ausgleich für einen Großteil ihrer Ersatzbeschaffungskosten bei ausfallenden Gaslieferungen zu zahlen.

So sollten Insolvenzen und Lieferausfälle in der Gasversorgung verhindert und die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft aufrecht erhalten werden. 

Gasspeicherumlage
bleibt bestehen

0,059 Cent je Kilowattstunde seit Oktober 2022

Das im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) § 35e verankerte Gasspeichergesetz und die Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 27. Juli 2022 geben vor, dass der Füllstand von Gasspeichern in Deutschland am 1. November 2022 mindestens 95 % betragen muss. Durch ausfallende Lieferströme aus Russland muss das Gas am Weltmarkt zu derzeit extrem hohen Preisen beschafft werden. Die Umlage wird für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben für die Speicherstände verwendet.

Ziel ist es, durch volle Gasspeicher die Versorgung auch bei einem Totalausfall russischer Lieferungen sicher stellen zu können.

Die Umlage ist für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas zu zahlen.

Die gesetzlichen Regelungen zur Einführung von Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen sind befristet bis 30. März 2025.

Was bedeutet das für Ihren Erdgaspreis

Die Gasspeicherumlage fällt für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas an und erhöht Ihren Netto-Verbrauchspreis ab 1. Oktober 2022 um 0,059 Cent je Kilowattstunde. Und das völlig unabhängig davon, ob Sie einen Vertrag mit oder ohne noch bestehender Preisgarantie abgeschlossen haben.

Bereits bestehende Steuern, Umlagen und Abgaben für Erdgas


 Umlagen, Abgaben und Steuern machen rund 1/3 des Erdgaspreises aus 

Abgabe an die Gemeinden, um öffentliche Wege und Flächen für Leitungen nutzen zu können.

Die Erdgassteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 aufgrund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet. Die Energiesteuer für Erdgas wird vom Energieversorger erhoben und an den Fiskus abgeführt. Die Höhe der Erdgassteuer beträgt derzeit 0,55 Cent / kWh.

Umlage zum Ausgleich des erwarteten Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie. Diese staatlich kontrollierte Umlage wird von den Marktgebietsverantwortlichen für Gas festgelegt und über die Gasanbieter den Verbrauchern in Rechnung gestellt.

Die Umsatzsteuer ist auf die Nettopreise fällig. Angesichts der hohen Gaspreise entlastet die Bundesregierung die Menschen in Deutschland bei der Mehrwertsteuer. Vom 1. Oktober 2022 bis Ende März 2024 beträgt die Steuer auf Gasverbrauch 7 statt wie bisher 19 Prozent.

bis 30. September 2022 1. Oktober 2022 - 31. März 2024
19 Prozent 7 Prozent

Die CO2-Bepreisung ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung und soll Anreize schaffen, auf erneuerbare Energien oder neue Technologien - z. B. Elektromobilität - umzusteigen und Energie zu sparen. Sie ist ein Preisbestandteil des Erdgaspreises und von jedem Kunden zu zahlen. Für 2023 ist die geplante Erhöhung ausgesetzt und der Preis verharrt bei dem Wert von 2022.

2022 2023
30 Euro / Tonne 30 Euro / Tonne

 

Das im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) § 35e verankerte Gasspeichergesetz und die Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 27. Juli 2022 geben vor, dass der Füllstand von Gasspeichern in Deutschland am 1. November 2022 mindestens 95 % betragen muss. Durch ausfallende Lieferströme aus Russland muss das Gas am Weltmarkt zu derzeit extrem hohen Preisen beschafft werden. Die Umlage wird für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben für die Speicherstände verwendet.

2022
0,059 Cent/kWh