Der Gasmarkt im Wandel – Entwicklungen, Trends und Wärmewende
Wie Politik, CO2-Neutralität und erneuerbare Energien die Gasversorgung von morgen verändern
Der deutsche Erdgasmarkt befindet sich im Wandel. Veränderungen in den Gasnetzen, die Umsetzung der Wärmewende und die angestrebte Unabhängigkeit von russischem Gas prägen die zukünftige Gasversorgung. Gleichzeitig beeinflussen politische Entscheidungen, geopolitische Krisen wie der aktuelle Nahost-Konflikt, regulatorische Rahmenbedingungen und strukturelle Marktveränderungen die Versorgungslandschaft.
CO₂-Neutralität und die Integration erneuerbarer Energien spielen eine zentrale Rolle, um die Gasversorgung langfristig klimafreundlich, stabil und verlässlich zu gestalten.
Gasspeicherumlage entfällt
Die Gasspeicherumlage entfällt ab dem 1. Januar 2026 . Zuletzt betrug sie bis zum 31. Dezember 2025 netto 0,289 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde.
2026 – Netzentgelte steigen
Durch den Rückgang der Erdgasnutzung verteilen Netzbetreiber die Kosten für Betrieb und Umbau der Gasnetze über einen längeren Zeitraum auf alle Gaskunden. So sollen starke Preissprünge vermieden werden, was aber zu schrittweise steigenden Netzentgelten führt.
Notfallplan Gas
Hier sind wichtige Informationen zusammengetragen, um Ihre Fragen rund um Versorgungssicherheit mit Erdgas und zur Krisenvorsorge zu beantworten.
Die aktuelle Lage in Nahost - Informationen und Orientierung für unsere Kunden
Die internationalen Energiemärkte reagieren spürbar auf die geopolitische Lage. Vor allem beim Gas sind deutliche Preisbewegungen zu beobachten. Kurzfristige Entwicklungen an den Märkten wirken sich jedoch nicht unmittelbar auf alle Kunden aus.
Hier finden Sie Antworten auf die uns derzeit am häufigsten gestellten Fragen zum Thema.
Die internationalen Energiemärkte reagieren auf geopolitische Entwicklungen. Besonders beim Gas sind derzeit Preisbewegungen zu beobachten.
Für viele unserer Kunden haben kurzfristige Preisschwankungen jedoch nicht unmittelbar Auswirkungen – etwa, wenn sie sich bereits für feste Preise entschieden haben. Zudem arbeiten wir mit einer vorausschauenden Beschaffung, um Marktentwicklungen so gut wie möglich abzufedern. Wer zusätzliche Planungssicherheit wünscht, kann sich mit langfristigen Festpreisverträgen gegen künftige Preisschwankungen absichern.
Nicht unmittelbar. Unsere Verträge für Strom und Gas laufen unabhängig von kurzfristigen Marktentwicklungen weiter. Zudem können wir durch vorausschauende Beschaffung Preisschwankungen in vielen Fällen abfedern.
Wir bieten unseren Kunden Tarife mit Energiepreisgarantie, mit denen sie sich gegen künftige Preisschwankungen absichern können – sowohl für Strom als auch für Gas.
Je nach Produkt gilt diese Garantie über unterschiedliche Zeiträume. Aktuell sind unter anderem Angebote mit einer Energiepreisgarantie bis Ende 2029 verfügbar. Damit lassen sich Energiekosten über einen längeren Zeitraum gut planen.
Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Gern beraten wir dazu.
Für Kunden kann ein Festpreisvertrag sinnvoll sein, wenn sie Wert auf stabile und planbare Energiekosten legen. Gern beraten wir individuell zu passenden Angeboten.
Aktuell ist die Situation nicht mit der Energiekrise im Jahr 2022 gleichzusetzen. Die Energieversorgung in Deutschland ist heute breiter und stabiler aufgestellt. Gleichzeitig beobachten wir die Entwicklungen sehr aufmerksam und bewerten laufend mögliche Auswirkungen. Für die Menschen in unserer Region gilt: Die Versorgung mit Strom und Gas ist gesichert.
Unabhängig davon zeigt die aktuelle Lage, wie wichtig es ist, die Energieversorgung weiter zu diversifizieren und unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, die Energieversorgung breiter aufzustellen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Lösungen wie Photovoltaik oder moderne Wärmesysteme wie Wärmepumpen gewinnen weiter an Bedeutung. Gern beraten wir Sie zu unseren Lösungen diesbezüglich.
Außerdem treiben die Stadtwerke Energie konkrete Lösungen in der Region voran. Ein Beispiel ist das Projekt ANIKA (Abwärmenutzung mittels integrierter Kläranlage): Dabei wird Abwärme aus der Kläranlage genutzt, um künftig eine regionale Wärmeversorgung aufzubauen, die Jena langfristig unabhängiger von internationalen Energiemärkten macht. Mehr zu ANIKA.
Ja. Wir beraten unsere Kundinnen und Kunden zu individuellen Lösungen – von Photovoltaik über Wärmelösungen bis hin zu ganzheitlichen Energiekonzepten.
844 Mrd. kWh
Gas wurden 2024 in Deutschland verbraucht, ein Anstieg um 3,5 % zum Vorjahr. Rund 61 Prozent entfielen auf den Verbrauch der Industrie.
Quelle: Statistsiches Bundesamt 08.01.2025
12,28 ct/kWh
haben die deutschen Haushalte im 2. Halbjahr 2024 im Durchschnitt für Erdgas gezahlt, ein Anstieg von 3,5 % zum 1. Halbjahr und von 7,6 % zum Vorjahr.
Quelle: Statistisches Bundesamt 31.03.2025
55 €
kostete 2025 eine Tonne CO2 und damit 10 € mehr als im Vorjahr. Ab 2026 wird der CO2-Preis innerhalb eines Korridors von 55 und 65 €/t liegen und am Markt gehandelt.
15 %
der neuen Wohngebäude in Deutschland werden mit Gas geheizt. Der Anteil von Gasheizungen als primäre Energiequelle hat sich binnen 10 Jahren mehr als halbiert.
Quelle: Statistisches Bundesamt 04.06.2025
CO₂-Preis ab Januar 2026 nicht mehr staatlich festgelegt
Seit dem 1. Januar 2026 wird der CO2-Preis im nationalen Emissionshandel nicht mehr staatlich als Festpreis vorgegeben, sondern innerhalb eines gesetzlich festgelegten Preiskorridors am Markt ermittelt. Für das Jahr 2026 liegt dieser Korridor bei 55 bis 65 € pro Tonne CO2. Aktuell ist davon auszugehen, dass sich der Marktpreis im oberen Bereich dieses Korridors bewegt.
Für unsere Gasverträge bedeutet dies, dass der CO2-Preis seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr als separater variabler Preisbestandteil ausgewiesen wird. Stattdessen wird er im Rahmen der Energiebeschaffung im Netto-Verbrauchspreis berücksichtigt.
Die CO2-Bepreisung ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung und soll Anreize schaffen, auf erneuerbare Energien oder neue Technologien - z. B. Elektromobilität - umzusteigen und Energie zu sparen. Sie ist ein Preisbestandteil des Erdgaspreises und von jedem Kunden zu zahlen. Für 2023 wurde die geplante Erhöhung ausgesetzt und der Preis verharrte bei dem Wert von 2022. Die Höhe des CO2-Preises für die Jahre 2024 und 2025 wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2024 erneut geändert.
CO2-Preispfad nach BEHG seit 1. Januar 2024 (pro Tonne) bzw. (pro kWh)
| 2021 | 25 €/t | |
| 2022 | 30 €/t | |
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2023 |
30 €/t |
0,544 ct/kWh |
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2024 erhöht von 35 Euro auf |
45 €/t |
0,816 ct/kWh |
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2025 erhöht von 45 Euro auf |
55 €/t |
0,998 ct/kWh |
| 2026 im Preiskorridor gehandelt | 55-65 €/t | 0,998 - 1,179 ct/kWh |
CO2-Kosten werden zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt
Seit dem 1. Januar 2023 ist gesetzlich geregelt, dass die CO2-Kosten für das Heizen mit fossilen Brennstoffen und Wärmeverbräuche nicht mehr allein durch den Mieter zu tragen sind. Durch das Gesetz zur Aufteilung von Kohlendioxidkosten (CO2KostAufG) wird seitdem geregelt, dass auch Vermieter einen Kostenanteil zu tragen haben. Das soll Mieter entlasten und gleichzeitig den Immobilieneigentümern einen Anreiz bieten, in die energetische Sanierung der Wohngebäude zu investieren. Wie hoch der Anteil des Vermieters ist, richtet sich deshalb auch nach dem energetischen Zustand des vermieteten Objektes.
Gasspeicherumlage entfällt ab 1. Januar 2026
Gasspeicherbetreiber müssen die im Rahmen der Energiekrise gesetzlich vorgegebenen Speicherfüllstände einhalten. Die daraus resultierenden Mehrkosten sollen über die Gasspeicherumlage ausgeglichen werden. Sie fällt für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas an und erhöht den Netto-Verbrauchspreis
| » bis 30. Juni 2023 um 0,059 ct/kWh | » bis 31. Dezember 2023 um 0,145 ct/kWh |
| » bis 30. Juni 2024 um 0,186 ct/kWh |
» bis 1. Juli 2024 um 0,250 ct/kWh |
| » seit 1. Januar 2025 um 0,299 ct/kWh | » ab 1. Juli 2025 um 0,289 ct/kWh |
| » seit 1. Juli 2025 um 0,289 ct/kWh | » ab 1. Januar 2026 um 0,000 ct/kWh |
Informationen und Kontakte für sozial schwierige Situationen
Sollten Sie finanzielle Sorgen und Ängste haben, die (Energie)-Kosten nicht mehr tragen zu können, besteht ggf. die Möglichkeit, Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts über jenarbeit – Jobcenter der Stadt Jena oder über den Fachdienst Soziales der Stadt Jena zu beziehen.
Heizkosten sparen
Ob Mieter oder Eigentümer - jeder kann mit ein paar einfachen Maßnahmen seinen Wärmeverbrauch reduzieren und Heizkosten sparen.
Marktsituation Strom
Aktuelles zur Versorgungssicherheit und Informationen zur Marktlage haben wir Ihnen auf einer Übersichtsseite zusammengestellt.