Informationen zur aktuellen Situation am Energiemarkt

Die aktuelle politische Lage hat verstärkt Einfluss auf den ohnehin schon angespannten und unbeständigen Energiemarkt. Die Beschaffungskosten, die alle Energieversorger für Strom und Erdgas zahlen müssen, sind in den letzten Wochen nahezu explodiert.

Uns erreichen aktuell vermehrt Fragen zur Preisentwicklung, Versorgungssicherheit und zur aktuellen Lage an den Energiemärkten. Daher haben wir hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesen Themen zusammengefasst.

Preisentwicklungen am Energiemarkt

Warum sind Strom und Erdgas momentan so teuer?

Bereits Ende letzten Jahres erholte sich weltweit die Wirtschaft überraschend schnell von der Corona-Pandemie. Daraus resultierte eine deutlich steigende Nachfrage nach Energie und eine Erhöhung der Energiepreise. Aktuell führt der Krieg in der Ukraine dazu, dass die Preise an den Energiebörsen weiter steigen. Für uns als Stadtwerk hat das Auswirkungen auf die Energiebeschaffung und die strategischen Planungen. Deshalb kommen wir nicht um eine erneute Anpassung unserer Preise für Strom und Gas ab der zweiten Jahreshälfte 2022 herum. 

Seit 2013 beliefern wir alle unsere Kunden mit 100 % Ökostrom. Dabei kommen jährlich rund 9 Millionen Kilowattstunden saubere Energie aus regionalen Wasserkraftwerken entlang der Saale, z.B. von der Anlage am Burgauer Wehr in Jena. Der größere Teil unseres Grünstroms stammt aus europäischen Wasserkraftwerken. Dafür erwerben wir die nötigen Strommengen und die entsprechenden Ökostromzertifikate über Zwischenhändler an der Energiebörse EEX in Leipzig. Der dort zu zahlende Strompreis unterscheidet nicht, ob es sich um Strom aus Wasserkraft, aus Kohle oder Erdgas handelt. Und da Strom aus fossilen Energieträgern aktuell immer teurer wird, zieht das demzufolge auch den Preis für sauberen Strom mit in die Höhe.

Wann wird sich die Lage am Energiemarkt wieder normalisieren?

Wie sich der Konflikt in der Ukraine mittel- und langfristig auf die Preisentwicklung auswirkt, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Wir müssen jedoch leider damit rechnen, dass insbesondere Gas auf absehbare Zeit deutlich teurer bleiben wird.

Was kann ich als Kunde bei steigenden Energiepreisen tun?

Egal ob Benzin, Lebensmittel, Rohstoffe: Der Krieg in der Ukraine treibt die Preise allgemein in die Höhe und hat auch die Situation an den Energiemärkten nochmals deutlich verschärft. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise für Strom, Erdgas und die Fernwärme-Versorgung.

Abschlag anpassen
Um unerwartet hohen Nachzahlungen vorzubeugen, empfehlen wir, rechtzeitig die monatlichen Abschläge nach oben anzupassen. Dies können Sie ganz einfach über unser Kundenportal tun oder wenden Sie sich direkt an den Kundenservice.

Zukünftig kann es durch die instabilen Märkte häufiger zu Abschlags-Anpassungen kommen. Sollten Sie noch nicht am SEPA-Lastschriftverfahren teilnehmen, dann empfehlen wir Ihnen diese Zahlungsweise. Die Anpassungen erfolgen so ganz automatisch.

Kosten im Blick behalten - Energie sparen
Die steigenden Preise werden sich bei vielen Haushalten erst zu einem späteren Zeitpunkt - nämlich mit der anstehenden Nebenkostenabrechnung - bemerkbar machen. Daher raten wir schon jetzt dazu vorzusorgen. Sprechen Sie z.B. mit Ihrem Vermieter und passen Sie den monatlichen Betrag an. Oder legen Sie monatlich einen entsprechenden Geldbetrag für die kommende Abrechnung zurück. 

Ein regelmäßiges Überprüfen Ihrer Zählerstände und Verbräuche unterstützt Sie beim Energie- und Kostensparen. Hier geht es zu unseren Energiespartipps

Zahlungsengpässe
Sie haben wegen der gestiegenen Energiepreise einen Zahlungsengpass? Setzen Sie sich frühzeitig - am besten noch vor der ersten Zahlungsverzögerung - telefonisch mit unserem Kundenservice in Verbindung, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

Ist auch bei der Fernwärme mit höheren Preisen zu rechnen?

Für die Erzeugung von Fernwärme ist Gas ein wesentlicher Energieträger. Mit den steigenden Preisen für Erdgas ist aktuell damit zu rechnen, dass auch die Fernwärme deutlich teurer wird.  

Versorgungssicherheit Gas

Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe seitens der Bundesregierung?

Die Bundesregierung beobachtet die Lieferströme für Gas und hat Szenarien für mögliche Engpässe erarbeitet. Aufgrund der derzeitigen Drosselung des Gasdurchflusses über Nord Stream 1 ist der Gasmarkt noch angespannter als zuvor. Deshalb sind alle Gasverbraucher - von der Industrie bis zu den privaten Haushalten - angehalten, Gas zu sparen. 

Die Einschätzung der aktuellen Situation führte dazu, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) am 23. Juni  2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen hat.

Sie ist nach der Frühwarnstufe (ausgerufen am 30. März 2022) die zweite Eskalationsstufe (Frühwarnstufe – Alarmstufe – Notfallstufe) und besagt, dass eine Störung der Gasversorgung vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt. Dabei ist der Markt aber noch in der Lage, diese Störung zu bewältigen, ohne dass die Bundesregierung in die Gasverteilung eingreifen muss.

Wer wird weiterhin versorgt, wenn es bei Gaslieferungen zu Engpässen kommt?

Trotz angezeigter Gasmangellage ist für den Ernstfall vorgesorgt: Bei einem Versorgungsengpass treten die behördlich geregelten Abläufe des Notfallplans Gas für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft.

Sollte es im kommenden Winter 2022/23 zu Versorgungsengpässen kommen, sind im Notfall private Haushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt. Das heißt, auch bei einer Gasknappheit ist Ihre Versorgung gewährleistet.

Haben mögliche Versorgungsengpässe beim Erdgas Auswirkungen auf die Strom- und Fernwärmeversorgung?

Momentan können wir direkte Auswirkungen auf die Stromversorgung ausschließen. Mit Feststellung der Gasmangellage und Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas wurde angeordnet, dass Kohlekraftwerke  wieder anlaufen, um Gas bei der Stromerzeugung einzusparen und die Stromversorgung sicher zu stellen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat eine Reduktion der Gaslieferungen also keine Auswirkungen auf die Stromversorgung in Jena und der Region. 

Für die Sicherstellung der Fernwärme-Versorgung steht uns ein breiter Mix an Energieträgern und Erzeugungsanlagen zur Verfügung, so dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einer Einschränkung bei der Wärmeversorgung ausgehen.

Informationen zu den neue Gasumlagen

Fragen & Antworten zu den neu eingeführten Gasumlagen und den Preisentwicklungen haben wir Ihnen auf einer Informationsseite zusammen gefasst.

Aktuelle Meldungen zur Marktsituation

Strompreisbremse mit Fragezeichen

Stadtwerke Energie befürworten Entlastung ihrer Kunden, benötigen jedoch Rahmenbedingungen  

Die im Rahmen des dritten Entlastungspakets von der Bundesregierung angedachte...

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Stadtwerke-Gaspreise ab Oktober

Weitergabe der neuen staatlichen Umlagen sowie Preiserhöhung für die Grundversorgung 

Die seit Monaten deutlich steigenden Gas-Beschaffungspreise sowie die neuen Gas-Umlagen der...

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Krisenvorsorge Gas – Informationen zur Alarmstufe des Notfallplans Gas

Am 23. Juni 2022 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

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