Informationen zu den neuen Gasumlagen

Neue staatliche Umlagen auf Ihren Gaspreis

Was Sie zur Gasbeschaffungsumlage und Gasspeicherumlage wissen sollten

Aktuell sind wir alle mit einer noch nie dagewesenen Situation an den Energiemärkten konfrontiert. Durch weltpolitische und wirtschaftliche Veränderungen sind die Marktpreise für Strom und Erdgas deutlich angestiegen. Diese Situation wird noch länger andauern und alle Kunden müssen sich auf höhere Energiekosten einstellen. Um die Versorgungssicherheit mit Erdgas aufrecht zu erhalten, hat die Bundesregierung zwei neue Umlagen für Erdgas auf den Weg gebracht. Wir haben Ihnen dazu wichtige Informationen zusammengestellt.

Warum werden neue Umlagen eingeführt?

Russland hat seine vertraglichen Gaslieferungen an Deutschland stark reduziert. Das hat unter anderem zur Folge, dass Gasimporteure ihre Lieferverpflichtungen gegenüber Zwischenhändlern und Energieversorgern oft nur noch durch Ersatzeinkäufe am Weltmarkt erfüllen können. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass alle Betreiber von Gasspeicheranlagen in Deutschland bis zum 1. November 2022 ihre Speicher mindestens zu 95 Prozent befüllen müssen.

Beides ist aufgrund der extremen Marktpreise für Erdgas nur mit hohen zusätzlichen Kosten möglich.

Damit es nicht zu Versorgungsausfällen kommt, hat die Bundesregierung im Rahmen des Notfallplans Gas die Einführung einer Gasbeschaffungsumlage und einer Gasspeicherumlage zum 1. Oktober 2022 beschlossen. Beide Umlagen sind auf jede verbrauchte Kilowattstunde zu zahlen. Sie werden von den Stadtwerken Energie an ihre Erdgaskunden in Rechnung gestellt und abgeführt.

Wofür werden die Umlagen erhoben?
Gasbeschaffungsumlage

Die Gasbeschaffungsumlage dient dazu, Gasimporteuren einen finanziellen Ausgleich für einen Großteil ihrer Ersatzbeschaffungskosten bei ausfallenden Gaslieferungen zu zahlen.

Ziel ist es, Insolvenzen und Lieferausfälle in der Gasversorgung zu verhindern und so die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. 

Die Gasbeschaffungsumlage ist im Energiesicherungsgesetz (EnSiG) verankert. Die Bundesregierung hat sich für die sogenannte „saldierte Preisanpassung“ nach § 26 EnSiG entschieden, die die Lasten auf die Gesamtheit aller Erdgaskunden – ob privat oder geschäftlich – gleichermaßen verteilt. 

Die Umlage ist für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas zu zahlen.

Die Gasbeschaffungsumlage richtet sich nach der Höhe der Ersatzbeschaffungskosten der Importeure. Sie kann alle drei Monate angepasst werden und ist bis 1. April 2024 befristet.

Gasspeicherumlage

Das im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) § 35e verankerte Gasspeichergesetz und die Gasspeicherfüllstandsverordnung vom 27. Juli 2022 geben vor, dass der Füllstand von Gasspeichern in Deutschland am 1. November 2022 mindestens 95 % betragen muss. Durch ausfallende Lieferströme aus Russland muss das Gas am Weltmarkt zu derzeit extrem hohen Preisen beschafft werden. Die Umlage wird für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben für die Speicherstände verwendet.

Ziel ist es, durch volle Gasspeicher die Versorgung auch bei einem Totalausfall russischer Lieferungen sicher stellen zu können.

Die Umlage ist für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas zu zahlen.

Die gesetzlichen Regelungen zur Einführung von Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen sind befristet bis 30. März 2025.

Wie hoch sind die Umlagen?

Die Höhe der Umlagen werden von der Trading Hub Europe (THE) festgelegt. Sie betragen netto pro verbrauchter Kilowattstunde

zum 1.10.2022                                   
Gasbeschaffungsumlage2,419 ct/kWh 
Gasspeicherumlage0,059 ct/kWh 

 

Was bedeutet das für Ihren Erdgaspreis

Da die Umlagen für jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas anfallen, erhöht sich Ihr Netto-Verbrauchspreis zum 1. Oktober 2022 um die Summe der beiden Gasumlagen - also um 2,478 Cent je Kilowattstunde. Und das völlig unabhängig davon, ob Sie einen Vertrag mit oder ohne noch bestehender Preisgarantie abgeschlossen haben.

Tipp: Berechnen Sie Ihre zu erwartenden Mehrkosten ganz einfach selbst. Sie benötigen dazu den jährlichen Verbrauch, den Sie Ihrer letzten Rechnung entnehmen können. Multiplizieren Sie den Jahresverbrauch mit 0,02478 Euro. Das Ergebnis sind Ihre zusätzlichen Netto-Kosten pro Jahr.

Stadtwerke Energie haben nur teilweise Einfluss auf den Gaspreis

Der Erdgaspreis, den unsere Kunden zahlen, setzt sich aus drei wesentlichen Bereichen zusammen. Auf einen recht großen Teil des Preises haben wir als Stadtwerke Energie aber tatsächlich keinen Einfluss.

Vor allem der Anteil an staatlichen Umlagen, Abgaben und Steuern ist bereits mit der Einführung des CO2-Preises im Jahr 2021 gestiegen. Er erhöht sich 2022 nun durch die Anpassung bestehender Umlagen und die Einführung neuer Umlagen noch einmal.

Und auch der Einkauf von Erdgas an den Energiemärkten beeinflusst den Gaspreis. Durch die weltpolitischen und -wirtschaftlichen Veränderungen sind die Kosten weiter deutlich gestiegen. Mit einer langfristigen Beschaffungsstrategie können wir zwar extreme Preissprünge für unsere Kunden abfedern, dennoch wird sich diese auch dem Niveau der steigenden Marktpreise anpassen müssen.

Der Erdgaspreis setzt sich aus drei wesentlichen Bereichen zusammen
Umlagen, Abgaben und Steuern

Konzessionsabgabe
Abgabe an Gemeinden, um öffentliche Wege und Flächen für Leitungen zu nutzen

Erdgassteuer / Energiesteuer
Verbrauchssteuer

CO2-Aufschlag
Abgabe auf fossile Energieträger wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel sowie Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und Förderung Klimaschutz

Bilanzierungsumlage
Umlage zum Ausgleich des erwarteten Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie

Gasbeschaffungsumlage
Umlage zur Deckung von Mehrkosten für kurzfristige Ersatzbeschaffungen der Gasimporteure bzw. Vorlieferanten und Abwehr von deren Insolvenzen

Gasspeicherumlage
Umlage zur Finanzierung von Maßnahmen zum Erreichen der gesetzlich vorgegebenen Füllstände deutscher Gasspeicher

Mehrwertsteuer
derzeit 19 Prozent - geplante Reduzierung auf 7 Prozent

Netznutzung und Messstellenbetrieb

Abrechnung
Kosten für Abrechnung und Netznutzung

Messstellenbetrieb
Kosten für Bereitstellung des Zählers, Zählermiete, Zählerbetrieb und Zählereichung

Messung
Kosten für jährliche Ablesung

Netznutzung
Kosten für Transport und Verteilung von Erdgas

Energieeinkauf, Vertrieb und Service

Beschaffung / Einkauf
Einkaufspreis für Erdgas pro Kilowattstunde

Vertrieb
Kosten für Personal, Miete, Eigenverbrauch, Gewinn

Kundenservice 

Abrechnung

Steigerung Marktpreis Erdgas 2022

Quelle: https://www.eex.com/en/market-data/natural-gas/futures

Zunahme Anteil Umlagen, Abgaben, Steuern
Entwicklung Füllstände Gasspeicher

Quelle: agsi.gie.eu

Zahlungsengpässe

Falls Sie für sich jetzt oder zukünftig einen Zahlunsengpass vermuten, setzen Sie sich bitte frühzeitig - am besten noch vor der ersten Zahlungsverzögerung - mit unserem Kundenservice in Verbindung, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.



Servicetelefon

Sie rufen uns an unter 03641 688-366.


Unsere Servicemitarbeiter sind
Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr für Sie da.



Rückrufservice 

Wir rufen Sie an, wann es Ihnen am besten passt.



E-Mail

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Häufige Fragen

Ab wann werden die neuen Umlagen erhoben?

Der Gesetzgeber erhebt die beiden neuen Gasumlagen für jede ab dem 1. Oktober 2022 verbrauchte Kilowattstunde Erdgas. Ab diesem Zeitpunkt berechnen die Stadtwerke Energie Ihnen diese in der jeweils geltenden Höhe weiter.

Wer muss die Gasumlagen zahlen?

Die Gasumlagen werden von den Stadtwerken Energie an alle ihre Erdgaskunden (privat & gewerblich) in Rechnung gestellt und abgeführt.

Ich habe einen Festpreisvertrag. Was bedeuten die Umlagen für mich?

Die Umlagen gelten für alle Letztverbraucher von Erdgas, egal ob Sie einen Festpreis vereinbart haben oder nicht. Sie werden an alle unsere Kunden innerhalb eines Festproduktes - mit noch bestehender oder bereits abgelaufener Preisgarantie - weiterberechnet.

Vertragliche Grundlage dafür ist Punkt 5 Absatz (3) unserer allgemeinen Vertragsbedingungen Erdgas. Diese und andere Dokumente finden Sie hier >> 

Alle Kunden werden rechtzeitig über die Weitergabe der Umlagen informiert.

Wird mein Abschlag angepasst?

Ja. Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, passen wir die Abschläge unserer Kunden vorsorglich an und informieren darüber in einem Schreiben. Die Anpassung erfolgt automatisch. Falls Sie nicht am SEPA-Lastschriftmandat teilnehmen, denken Sie bitte daran, ab Oktober 2022 den neuen Wert für Ihre Zahlungen zu verwenden.

Muss ich meinen Zählerstand melden?

Zum 30. September 2022 müssen Sie keinen Zählerstand melden. Wir errechnen diesen maschinell auf Basis Ihres bisherigen Verbrauchs. Falls Sie ihn uns trotzdem übermitteln möchte, nutzen Sie dafür bitte die Kachel "Zählerstandsmeldung" im Kundenportal

Wie lange gelten die neuen Umlagen?

Die Gasbeschaffungsumlage ist befristet bis April 2024, die Gasspeicherumlage endet ein Jahr später.

In dieser Zeit kann der Gesetzgeber die Höhen der Umlagen - je nach Marktsituation - mehrmals im Jahr neu festlegen. Wir informieren unsere Kunden rechtzeitig über die Veränderung der jeweils geltenden Werte.

Was passiert, wenn das Gas trotz Umlagen knapp wird?

Informationen zur Versorgungslage, der Gasverteilung im Notfall und zur aktuellen Marktsituation und haben wir Ihnen hier>> zusammengestellt.

Wie verhält es sich mit der Mehrwertsteuersenkung auf Erdgas?

Um die Erdgaskunden zu entlasten, plant die Bundesregierung die Senkung der Mehrwertsteuer auf Erdgas. Ab dem Tag des Wirksamwerdens der Steuersenkung geben wir diese an unsere Kunden natürlich zu 100 Prozent weiter und berücksichtigen dies in Ihrer Rechnung.

Erhalte ich wegen der neuen Umlagen eine Zwischenrechnung?

Nein. Wir senden Ihnen Ihre Jahresverbrauchsabrechnung zum gewohnten Zeitpunkt. Dabei berücksichtigen wir sowohl die neuen Umlagen als auch die Senkung der Mehrwertsteuer.

Für die Verbrauchsabgrenzung zum 1. Oktober 2022 errechnen wir Ihren Zählerstand maschinell auf Basis Ihres bisherigen Verbrauchs. Sie müssen uns den Zählerstand also nicht melden. Falls sie dies doch tun möchten, nutzen Sie bitte die Kachel "Zählerstandsmeldung" im Kundenportal

Was kann ich als Kunde bei steigenden Energiepreisen tun?

Egal ob Benzin, Lebensmittel, Rohstoffe: Der Krieg in der Ukraine treibt die Preise allgemein in die Höhe und hat auch die Situation an den Energiemärkten nochmals deutlich verschärft. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise für Strom, Erdgas und die Fernwärme-Versorgung.

Kosten im Blick behalten - Energie sparen
Die steigenden Preise werden sich bei vielen Haushalten erst zu einem späteren Zeitpunkt - nämlich mit der anstehenden Nebenkostenabrechnung - bemerkbar machen. Daher raten wir schon jetzt dazu vorzusorgen. Sprechen Sie z.B. mit Ihrem Vermieter und passen Sie den monatlichen Betrag an. Oder legen Sie monatlich einen entsprechenden Geldbetrag für die kommende Abrechnung zurück. 

Ein regelmäßiges Überprüfen Ihrer Zählerstände und Verbräuche unterstützt Sie beim Energie- und Kostensparen. Hier geht es zu unseren Energiespartipps

Zahlungsengpässe
Sie haben wegen der gestiegenen Energiepreise einen Zahlungsengpass? Setzen Sie sich frühzeitig - am besten noch vor der ersten Zahlungsverzögerung - mit unserem Kundenservice in Verbindung, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.