Ein altes Haus mit neuem Anspruch
Ihr Mehrfamilienhaus fit für die Zukunft machen – mit diesem Vorhaben starteten Nicole Kotkamp-Mothes und Dietmar Mothes vor zwei Jahren. Das circa 100 Jahre alte Gebäude in der Hermann-Löns-Straße wurde bislang klassisch mit Gas beheizt. Doch als die Kinder ausgezogen waren, war für die Hausherren klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine grundlegende Modernisierung. Ihr Anspruch: Das Haus sollte nicht nur lebenswerter werden, sondern vor allem energetisch fit für die Zukunft.
Vom Keller bis zum Dach modernisiert
„Wir wollten die Chance nutzen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen“, sagt Dietmar Mothes. Mit Unterstützung eines Energieberaters entwickelten sie ein umfassendes Sanierungskonzept: neue Fenster, neue Dämmung, neues Dach – und eine Photovoltaikanlage, die das Haus mit Sonnenstrom versorgt. Ziel: Energiestandard A+. Zentral war dabei auch die Frage der zukünftigen Wärmeversorgung.
Fernwärme als Zukunftsentscheidung
Schon im April 2024 fiel die Entscheidung, das Haus an die Fernwärme anschließen zu lassen – lange bevor feststand, dass die Hermann-Löns-Straße zum Fernwärme-Vorranggebiet wird.
Für Dietmar Mothes war das ein Statement: „Wir wollten die einfachste Lösung mit dem geringsten Wartungsaufwand, der wenigsten Technik – und die höchste Sicherheit für die Zukunft. Es musste initial nicht die günstigste Lösung sein.“
Die Umsetzung bestätigte genau das. Statt eines Brenners im Keller genügt nun eine kompakte Hausanschlussstation, die leise arbeitet, kein Abgas produziert und keinen Schornsteinfeger mehr erfordert. Die vorhandenen Heizkörper, Rohrleitungen und Installationen konnten vollständig weiter genutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Grund: die klare Perspektive weg von fossilen Energieträgern
„Uns war wichtig, nichts zu installieren, das uns auf Jahrzehnte an fossile Verbrennung bindet. Bei der Fernwärme in Jena ist da aktuell noch Luft nach oben. Aber die kommunale Wärmeplanung der Stadt zeigt, in welche Richtung sich die Wärmeversorgung entwickeln soll - hin zu einem höheren Anteil erneuerbarer Energien. Und das ist ganz in unserem Sinne.“
Ein Jahr lang wurde geplant, um die Bauarbeiten optimal zu koordinieren: Die Verlegung des Fernwärme-Hausanschlusses sollte mit den Tiefbauarbeiten für die neue Dämmung zusammenfallen, damit nicht mehrfach gegraben werden muss – und genau so kam es.
Im November 2025 wurde die Straße für drei Wochen gesperrt, um rund 25 Meter neue Fernwärmeleitung zu verlegen und das Haus anzuschließen. Die enge Abstimmung mit den Stadtwerken sorgte dafür, dass alles reibungslos lief. An der Baugrube kam Dietmar Mothes häufig mit Nachbarn ins Gespräch, die neugierig verfolgten, wie Schritt für Schritt eine neue Art der Wärmeversorgung entsteht. „Verständlich, dass die Autofahrer in dieser Zeit gestöhnt haben. Aber die Anwohner haben die kurze Ruhe ohne Verkehr genossen.“
Seit 2026 kommt die Wärme aus dem Netz
Kurze Zeit sorgte eine Übergangslösung für Wärme im Haus, doch im ersten Quartal 2026 erreichte die Fernwärme den modernisierten Heizungskeller – und der alte Gasbrenner war endgültig Geschichte. Parallel standen die letzten Schritte der Sanierung an: neue Fenster, zusätzliche Dämmung und ein neues Dach. So entstand ein „neues altes“ Haus – mit dem guten Gefühl, nicht nur energetisch fit zu sein, sondern auch für kommende Generationen vorbereitet.
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