Tag der erneuerbaren Energien: Wie Jena Energie vor Ort neu nutzt
Apr 25, 2026, 8:21:50 AM | Stadtwerke Jena Gruppe | Aktuelles | Energie- & Wärmewende | Smartes Quartier | Elektromobilität
Wenn von erneuerbaren Energien die Rede ist, geht es oft um große Anlagen. In Jena zeigt sich der Wandel an vielen kleineren, konkreten Stellen – etwa in der Kläranlage, im Wohnquartier oder an der Ladesäule.
Zum heutigen Tag der erneuerbaren Energien (25. April) geben die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck einen Einblick in Projekte, die die Versorgung in der Region Schritt für Schritt verändern. Der Aktionstag steht dabei auch für eine Entwicklung, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: Energie wird stärker vor Ort gewonnen, genutzt und gesteuert – mit dem Ziel, unabhängiger zu werden und die Versorgung langfristig stabil zu halten.
Wärme aus Abwasser: ANIKA erschließt neue Energiequelle
Ein zentrales Beispiel ist das Projekt ANIKA zur Nutzung von Abwärme aus der zentralen Kläranlage. Dort fließt ganzjährig gereinigtes Abwasser mit einer Temperatur von rund 12 Grad – eine kontinuierliche Energiequelle, die bislang ungenutzt bleibt. Künftig soll diese Wärme entzogen, mit Großwärmepumpen auf ein nutzbares Temperaturniveau gehoben und in ein neues Wärmenetz eingespeist werden.
ANIKA macht damit aus einer bisher ungenutzten lokalen Ressource eine verlässliche und planbare Wärmequelle für Jena. Perspektivisch können so rund 120 Gigawattstunden Wärme pro Jahr bereitgestellt werden – ausreichend für etwa 10.000 Haushalte. Besonders für Unternehmen in Jena-Nord entsteht damit eine Energieversorgung, die regional verfügbar, langfristig planbar und weniger abhängig von fossilen Importen und deren Preisschwankungen ist.
Weniger Verbrauch im Quartier: Erkenntnisse für die Praxis
Wie sich Energie im Alltag effizienter nutzen lässt, zeigt das Smarte Quartier Jena-Lobeda. Durch intelligente Heizungssteuerung und grundhafte Sanierung ist es dort gelungen, den Wärmeverbrauch um rund 30 Prozent zu senken – ohne Einbußen beim Komfort. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden derzeit im Modellprojekt JenErgieReal weitergeführt, um Lösungen für eine effiziente Energieversorgung direkt vor Ort auch in anderen Quartieren zu entwickeln.
Mehr Ladepunkte im Stadtgebiet: Elektromobilität wird alltagstauglicher
Auch im Stadtbild wird der Wandel sichtbar: Die Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten wächst. In Jena stehen inzwischen über 100 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung, weitere kommen kontinuierlich hinzu. Für Nutzer bedeutet das vor allem kürzere Wege zur nächsten Ladesäule und mehr Flexibilität im Alltag. Geladen wird dabei ausschließlich mit Ökostrom – Elektromobilität wird so Schritt für Schritt einfacher nutzbar.
Einordnung: Was hinter dem Aktionstag steckt
Der Tag der erneuerbaren Energien wurde im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ins Leben gerufen und macht seit 1996 bundesweit auf Alternativen zur klassischen Energieerzeugung aufmerksam.